Kein unbeschriebenes Blatt mehr

 

Nun sitze ich seit einer gefühlten Ewigkeit wieder hier am Laptop und schreibe diese Zeilen. An einem Tag, den ich nicht zu meinen besten zählen würde. 07.55 Uhr. Mega früh für mich, aber schon so viel passiert, dass ich jetzt reif fürs Bett wäre.

Was würde ich manchmal dafür geben unbedarft durchs Leben zu gehen. So wie früher. Aber das ist leider nicht mehr möglich.

Zu viele Dinge haben uns geprägt, verletzt und enttäuscht.

Wir sind eben keine unbeschiebenen Blätter mehr.

Versteht mich nicht falsch, klar sehe ich auch die Vorteile, die man hat. 20 möchte ich heute nicht mehr sein.

Viele Dinge sieht man gelassener und den Fokus hat man auf die wirklich wichtigen Dinge verlagert.

Dazu zählt für mich die Beziehung, die Familie und die Freunde.

Und da wären wir auch schon beim Problem. Meine Freunde sind top. Die die noch da sind, sind absolute Goldstücke.

Mit meiner Familie war es schon immer ein bisschen schwierig, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen.

Aber die Beziehung. Der Mensch mit dem man zusammen sein möchte und mit dem man sich vielleicht eine Zukunft vorstellen kann.

Was, wenn derjenige seinen Fokus einfach auf Partys und Freiheit gelegt hat und nicht auf die Beziehung?

Wie viel Zeit gibt man der Beziehung sich zu entwickeln und um dann eine entgültige Entscheidung zu treffen?

Wie viel Enttäuschung erträgt man?

Ich muss gestehen…. Ich weiss es nicht.

Ich weiss nur, dass ich neben sehr viel schönen Tagen, auch sehr oft maßlos enttäuscht werde und da nicht gut mit umgehen kann.

Klar es liegt auch an mir und meinen Erlebnissen, aber ich bin auch jemand, der seine Wünsche und Gefühle offen ausspricht.

Eigentlich also nicht so schwer da durchzublicken.

Aber es verlangt vom Gegenüber Feingefühl und den Willen, die Beziehung in den Fokus zu rücken.

Vielleicht bin ich altmodisch, aber meine wilde Partyzeit habe ich hinter mir.

Wie also damit umgehen, wenn zwischen „total happy“ und „am Boden zerstört“ nur ein paar Sekunden liegen?

Muss man den anderen dann einfach gehen lassen, damit er sein „Parytleben“ weiterleben kann?

Ist Trennung, die einzige Möglichkeit?

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die leichtfertig etwas wegwerfen. Das ist eine Eigenschaft, die ich an unserer Gesellschaft hasse. Es wird kompliziert und zack wird man ausgetauscht. Kaum jemand hat wirklich noch den Willen zu kämpfen. Und ich finde nach wie vor, dass eine Beziehung es wert ist zu kämpfen.

Die Frage ist nur:

Wie lang?

Was wenn man merkt sein Gegenüber wird nicht wach?

Wenn das Gegenüber nicht merkt was es zerstört?

Wie viel Zeit gibt man ihm um „wach zu werden“, bevor man ihn „für immer schlafen lässt“ in seiner Welt?

Wann überschreitet man die Grenze von „kämpfen für die Beziehung“ zur Selbstaufgabe?

Wie lange hält man es aus „das fünfte Rad“ am Wagen zu sein?

Auf all das habe ich gerade keine Antwort.

Eine weitere Sache, die immer ein Problem darstellt. Freunde und Bekannte des Partners. Auch das kenne ich nur zu gut.

Sie akzeptieren einen nicht. Also geht der Partner alleine feiern. Für mich persönlich fällt er mir damit in den Rücken, weil auch nichts unternommen wird mich eventuell mal „zu integrieren“.

Und eigentlich bin ich ein sehr aufgeschlossener und kontaktfreudiger Mensch. Aber „Dörflis“ (so nenne ich Menschen aus dem Dorf immer und es soll nicht abwertend sein) ticken da anscheinend anders.

Kennt Ihr so Situationen auch?

Wie geht Ihr damit um?

Und wo sind Eure Grenzen, was das Kämpfen berifft?

Eines weiss ich. Keine Beziehung ist es wert, dass sie einen seelisch und körperlich zerstört…..

Aber manchmal ist es schwer, die allerletzte klare Entscheidung zu treffen und das gilt nicht nur in der Liebe sondern in vielen Bereichen des Lebens!

Aber auch wenn es weh tut, ist es manchmal genau das was uns wieder aufatmen lässt und glücklich macht. Nicht sofort in erstem Moment. Da zerreist es uns vielleicht, weil eine Beziehung endet, eine lange Freundschaft endet oder man weg ziehen muss. Diese Liste könnte man noch um einige Pun kte mehr erweitern.

Fakt ist hat man den Schmerz überwunden fühlt es sich gut an. Eine klare Entscheidung getroffen zu haben. Selbstbestimmt gehandelt zu haben.

Ih rate Euch damit nicht bei jeder Kleinigkeit das Handtuch zu werfen.

Aber achtet auf Euch und Eure Gefühle und überfordert Euch nicht, nur weil Ihr an etwas festhaltet was Euch nicht gut tut und Euch vielleicht auch schon lange verlassen hat.

Während ich diese Zeilen schreibe muss ich ein wenig schmunzeln.

Ich finde meine Tipps gut. Sollte ich mir selbst einmal zu Gemüte führen. Aber wie das immer so ist Theorie und Praxis und da bin ich ganz ehrlich mit Euch. Auch ich brauche immer „einen Moment“ länger bis ich den Mut habe Entscheidungen zu treffen.

Ihr Lieben, ich wünsche Euch, dass Ihr den Mut und die Kraft habt die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Entscheidungen, die es Euch ermöglichen glücklich zu sein!

Ohne Rücksicht darauf, wie das Umfeld es aufnimmt. Denn im Laufe unseres Lebens lassen wir Menschen zurück. Man entwickelt sich auseinander. Das ist schmerzhaft, aber so ist das Leben manchmal.

Übrig bleiben aber die Menschen und Dinge, die unser Herz zum Lachen und unsere Seele zum Tanzen bringen und nur das alleine zählt!

Alles Liebe

Eure Silke

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